Naturschutzaktion der Kooperationsklassen 9a-9b,9c der        Pestalozzi-Schule Lörrach

Der Naturheilverein Lörrach e.V. hat im vergangenen Dezember 2020 auf seinem Gelände am Sonnenbadweg beim Salzert in Zusammenarbeit mit dem Streuobst-Klassenzimmer e.V. und dem LEV, dem Landschaftserhaltungsverband Lörrach, eine Streuobstwiese angelegt. Neben Apfel- und Birnenbäumen wurden auch Quitten, Zwetschgen und Mirabellen angepflanzt. Besonderen Wert legte man dabei auf die Sortenauswahl. Es wurden ausschliesslich alte Sorten gepflanzt. Um den Jungbäumen optimale Startbedingungen zu geben, erhielten diese neben ausreichend Langzeitdünger wie Hornspäne und unbehandelter Schafwolle auch jeweils einen Wühlmauskorb und einen Verbissschutz. Zuletzt wurden die Bäume mit Kokos-Stricken an zwei stabilen Baumpfosten fixiert, um ein gerades Wachstum zu gewährleisten.

 

Ursprünglich geplant war, dass Schüler der Pestalozzi-Schule Lörrach, diese Aufgabe im Rahmen einer Naturschutz-Aktion übernehmen. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde diese Aktion zum Leidwesen der SchülerInnen vom Sozialministerium leider untersagt. Daraufhin griffen zahlreiche HelferInnen der beiden Vereine unter Einhaltung der Corona-Regeln zu den Werkzeugen und brachten die Bäume noch kurz vor dem Winter in den Boden.Auch der notwendige Pflanzschnitt wurde durchgeführt.

Pflanzen ist das Eine, aber die richtige und regelmässige Pflege das Andere. Deshalb war man sich unter den Verantwortlichen rasch einig, sobald es die Pandemiesituation erlaubt, die Schule wieder mit ins Boot zu holen.

Anfang Juni war es dann soweit. Unter der Koordination von Armin Wikmann vom Streuobst-Klassenzimmer e.V. und der Lehrerin Tanja Haas von der Pestalozzi-Schule wurden die Kooperationsklassen 9a-9c für die Streuobstwiesen-Pflege aufgeboten. Ziel dieser Naturschutzaktion sollte nicht nur die notwendige Pflege der Streuobstwiese sein, sondern den jungen Menschen auch die Möglichkeit zu geben, während eines freiwilligen Einsatzes auch ihr Wissen und ihre Kompetenzen zu erweitern. Vom sozialen Aspekt wie gemeinschaftlichem Handeln ganz zu schweigen.

 

Tag 1 – Dienstag, 15.06.2021

Die Schüler der Klasse 9a erhielten den Auftrag, Bewässerungssäcke an den Bäumen anzubringen und diese mit jeweils ca. 70 Liter Wasser zu befüllen. Um dies jedoch durchführen zu können, musste zuerst auf der mit Gräsern hochstehenden Wiese, einen Korridor, nach alter Manier mit der Sense freigemäht werden. Selbstverständlich erfolgte aus Sicherheitsgründen eine ausführliche Sicherheitsbelehrung im Umgang mit Sichel und Sense. Auch das für ein effizientes Arbeiten notwendige Schärfen der Werkzeuge, das Dengeln sowie das Wetzen der Sensenblätter wurde eindrücklich demonstriert.

Leicht gehemmt begannen die Schüler. Doch schon nach kurzer Zeit legte sich die Nervosität und die meisten zeigten beim für sie ungewohnten Mähen eine respektable Leistung. Danach wurde das Mahdgut mit grossen Rechen entfernt und die Bewässerungssäcke konnten danach problemlos befüllt werden. Die an diesem Tag sehr hohen Temperaturen liessen die Schüler erahnen, welcher körperlicher Einsatz in früheren Zeiten notwendig war.

 

 

Tag 2 – Mittwoch, 16.06.2021

Die SchülerInnen der Klasse 9b sollten einen anderen Auftrag durchführen. Um diese Streuobstwiese aufzuwerten, sollte ein Eidechsen-Biotop erstellt werden. Gespannt verfolgten die SchülerInnen den Ausführungen vom Streuobstpädagogen Armin Wikmann, der Ihnen den Sinn sowie die Durchführung dieser Massnahme erklärte.Nach der Auswahl eines optimalen, stark der Sonne ausgesetzten südlichen Standorts wurde die Grösse dieses Bauwerks festgelegt.Danach entfernten die SchülerInen mit einer Motorsense die vorhandene Krautschicht . Das Erdreich wurde abgestochen und auf einer bereitgestellten Plane deponiert. Ein Teil der SchülerInnen sammelte altes Brombeerhäcksel und zerkleinerte es mit Rebscheren. Kräftezehrend war auch der Transport des notwendigen Kiesschotters, welcher als Drainageschicht verwendet wurde. Die als Basis benötigten Kalksteine forderten den vollsten Einsatz der Schülerlnnen. Nur mit Teamwork konnten diese zur ausgehobenen Grube getragen und individuell eingebaut werden.

 

Tag 3 – Donnerstag, 17.06.2021

Die Schüler der Klasse 9c wurden mit der Fertigstellung des Eidechsen-Biotops betraut. Nachdem ihnen die Vorarbeiten ihrer Vorgängerklasse erklärt wurde konnten die Arbeiten beginnen.

Zuerst wurden die Basissteine ebenerdig mit Erde befestigt. Auf dem nahen Acker wurden kleinere und mittlere Kalksteine aufgelesen, um für die Eidechsen, Amphibien und Insekten Unterschlupf- und Überwinterungsmöglichkeiten unter dem Steinhaufen zu schaffen. Das bereits am Vortag vorbereitete Häckselgut und altes Laub wurden von SchülerInnen als Biomasse eingebaut und zusätzlich noch mit Wasser befeuchtet.

Nun war wieder Körperkraft gefragt. Mit gemeinsamen Kräften wurden die bereitliegenden Kalksteine unterschiedlicher Grösse und Schwere zur Baustelle getragen und unter Anleitung aufgeschichtet. Der rund um den Steinhaufen zu verteilende Kiesschotter wurde mit Schaufeln ausgebracht. Dies soll ein zuwachsen mit Gräsern verhindern. Zum Abschluss legten die ziemlich geschafften Schüler noch diverses Altholz und kleine Äste als Schutz und Unterschlupf für Insekten und Spinnen auf das nun bezugsfertige Eidechsen-Biotop.

 

Und tatsächlich wurde schon bereits ein Exemplar der Zauneidechse gesichtet, welche sich dem Steinhaufen vorsichtig näherte.

Zufrieden betrachteten Ingeborg Morath , 1. Vorsitzende des Naturheilverein und Armin Wikmann das von den drei Klassen mit Tatkraft und Engagement angefertigte Biotop.Mithilfe solcher Massnahmen kann man auf der Streuobstwiese zu jeder Jahreszeit Sachkunde unterrichten. Das Begreifen der Zusammenhänge unserer einheimischen Flora und Fauna, so weissStreuobst-Pädagoge Wikmann, ist besonders wichtig und führt zu einer nachhaltigeren Wahrnehmung unserer Natur und Umwelt.

Alle Beteiligten waren sich einig. Durch Ihren Einsatz haben die SchülerInnen der Pestalozzi-Schule einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt geleistet. Aber auch die Zufriedenheit mit eigenen Händen gemeinsam für die Allgemeinheit etwas geleistet zu haben, war allen anzumerken. Und Spass hat es auch noch gemacht.

 

Das soll jedoch noch nicht das letzte Projekt mit SchülerInnen gewesen sein. Es laufen bereits Planungen für den Bau eines Amphibien-Biotops mit einer kleinen Trockenmauer. Auch dieses neue Projekt wird sicher dazu beitragen, einen weiteren, wertvollenLebensraum auf dem Gebiet der Stadt Lörrach zu schaffen.